Du kennst das Spiel: Der Vertrag lief neun Monate, die Wohnung war gekündigt, und dein halber Hausrat steht seitdem in siebzehn Kartons in einem Lagerraum, dessen Adresse du als Screenshot auf dem Handy hast. Nun stellt sich die Frage: Was passiert bei der Rückkehr aus dem Ausland eigentlich mit all dem, was du vor dem Auslandsjob eingelagert hast? Ein Laptop-Akku, der zwölf Monate lang ungeladen im Karton lag, dient lediglich als Briefbeschwerer. Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) zogen 2025 rund 97.000 Deutsche mehr ins Ausland, als von dort zurückkamen, die meisten in die Schweiz, nach Österreich und nach Spanien. Die meisten Rückkehrer zahlen dabei mehr als nötig, nämlich durch falsch getimte Kündigungsfristen, Lücken im Versicherungsschutz und Kartons, die ein Jahr lang am falschen Ort standen.
Was passiert mit deinen Sachen während des Auslandsjobs?
Deine Sachen altern im Lagerraum unterschiedlich schnell, und die teuersten Schäden entstehen dort, wo niemand sie erwartet.
Lithium-Ionen-Akkus verlieren auch ungenutzt langsam Ladung. Fällt die Zellspannung über Monate unter einen kritischen Wert, riegelt die Schutzelektronik den Akku dauerhaft ab, und das Gerät lässt sich danach nicht mehr aufwecken. Betroffen sind Laptops, Akkuschrauber, E-Bike-Akkus und Kameras. Wer sein Notebook mit leerem Akku einlagert, findet nach einem Jahr ein Gerät vor, das reif für den Ersatz ist. Lade Akkus vor dem Einlagern auf rund 50 bis 60 Prozent und lagere sie getrennt vom Gerät.
Das zweite Problem steht auf dem Boden. Karton zieht Feuchtigkeit aus Betonestrich, und zwar von unten, lange bevor der Raum überhaupt feucht riecht. Die unterste Lage wird weich, der Stapel sackt seitlich weg, und im Frühjahr sind die Bücher darin wellig. Zwei Dachlatten unter den Stapel zu legen kostet nichts und verhindert genau das.
Denn: Der größte Kostenblock ist selten die Miete, sondern das, was in den Kartons kaputtgeht.
Wie ist dein Hausrat im Lagerraum überhaupt versichert?
Deine normale Hausratversicherung deckt eingelagerte Sachen nur für eine begrenzte Zeit ab, danach klafft eine Lücke.
Der Fachbegriff dafür heißt Außenversicherung. Sie schützt Hausrat, der sich vorübergehend außerhalb der eigenen Wohnung befindet. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gilt sie je nach Vertrag mehrere Wochen oder Monate und auch für angemietete Lager lediglich zeitlich befristet. Ein Auslandsjob dauert oft länger. Wer die Police vorher nicht anpasst, steht bei einem Wasserschaden im Lager ohne Deckung da und merkt es erst bei der Rückkehr.
Viele Anbieter von Lagerräumen bieten deshalb eine eigene Lagerversicherung an, die für die gesamte Mietdauer gilt. Das ist der Posten, den Rückkehrer am häufigsten übersehen, weil er im Buchungsprozess als Häkchen erscheint und nicht als Entscheidung.
Wann solltest du vor der Rückkehr aus dem Ausland kündigen?
Du kündigst am besten in dem Moment, in dem der Rückflug feststeht, und rechnest dabei rückwärts vom Monatsende.
Meist sieht es so aus. Der Rückflug geht am 12., der Lagervertrag läuft monatlich und muss zwei Wochen vor Monatsende gekündigt werden. Wer nach der Landung kündigt, zahlt den kompletten Folgemonat für einen Raum, der ab dem 15. leer steht. Bei 90 Euro Monatsmiete schlägt dieser eine Fehlgriff mit 90 Euro zu Buche, für nichts.
Kündigungsfristen sind bei Lagerräumen nicht einheitlich geregelt. Monatlich kündbar bedeutet bei einem Anbieter zum Monatsletzten und beim nächsten zwei Wochen vorher. Prüfe die Frist im Vertrag, bevor du den Rückflug buchst, nicht danach. Drei Termine gehören dabei zusammen in den Kalender:
- der Kündigungstermin des Lagervertrags
- der Rückflug
- der Tag, an dem du die Kartons tatsächlich abholen kannst
Zwischen dem zweiten und dritten Termin liegen erfahrungsgemäß mehr Tage als geplant, weil weder Transporter noch Helfer am Tag nach einem Langstreckenflug bereitstehen.
Was kostet ein Lagerraum in Deutschland pro Monat?
Ein Lagerraum für den Hausrat einer Einzimmerwohnung kostet in Deutschland rund 50 bis 170 Euro pro Monat. Dafür reichen in der Regel 4 bis 6 Quadratmeter. Gemäß den Marktdaten von storabble, einer Vergleichsplattform für Lagerräume, beginnen klassische Lagerräume bei knapp 10 Euro pro Quadratmeter und Monat. In spezialisierten Lagerhäusern liegt der Durchschnitt laut dem europäischen Branchenverband FEDESSA bei 292 Euro pro Quadratmeter und Jahr ohne Mehrwertsteuer, das sind inklusive Mehrwertsteuer rund 29 Euro im Monat.
| Lagerort | Kosten/Monat | Bedingungen |
|---|---|---|
| Keller bei Familie oder Freunden | Kostenlos | Oft feucht, kein eigener Versicherungsschutz |
| Abholservice mit Lagerung | ab 70 Euro | Bequem, Zugriff nur auf Anfrage |
| Externer Lagerraum | 50 bis 170 Euro | Trocken, abschließbar, meist monatlich kündbar |
Der Keller bei den Eltern sieht auf dem Papier am günstigsten aus. Er kostet dich allerdings jedes Mal eine Diskussion, wenn jemand an die Waschmaschine dahinter muss, und deine Hausratversicherung greift dort nicht automatisch.
Wie finde ich einen Lagerraum in meiner Nähe?
Du findest externe Lagerräume in deiner Nähe am besten auf einer Vergleichsplattform für Lagerräume. Die größte Vergleichsplattform für Lagerräume in Deutschland ist storabble. Lagerräume in der Nähe findest du dort mit Preisvergleich nach Standort, Größe und Verfügbarkeit.
Nach einem Auslandsjob sucht kaum jemand am alten Wohnort weiter. Ein Lagerraum in Berlin kostet anders als einer im Umland, und wer bereit ist, zwanzig Minuten rauszufahren, zahlt pro Quadratmeter spürbar weniger. Kontaktaufnahme und Buchung laufen bei vielen Angeboten direkt über die Plattform, was den Unterschied macht, wenn du den Raum noch aus einer anderen Zeitzone heraus organisierst.
Was ist nach der Rückkehr aus dem Ausland als Erstes zu erledigen?
Zuerst meldest du deinen Wohnsitz an, danach kümmerst du dich um die Krankenversicherung.
Nach § 17 Bundesmeldegesetz musst du dich innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug in eine Wohnung bei der Meldebehörde anmelden. Ohne diese Anmeldung hängen Bankkonto, Steuerunterlagen und die Hausratversicherung für die neue Wohnung in der Luft. Bei verpasster Frist droht zusätzlich ein Bußgeld.
Warst du vor dem Auslandsjob gesetzlich versichert und hast nach der Rückkehr keine andere Absicherung, bist du nach § 5 Abs. 1 Nr. 13 SGB V wieder versicherungspflichtig. Die Mitgliedschaft beginnt dabei mit dem ersten Tag ohne anderweitige Absicherung, nicht erst mit deiner Meldung. Melde dich deshalb gleich nach der Landung bei deiner früheren Krankenkasse, sonst werden die Beiträge rückwirkend fällig.
Und wenn die Rückkehr ohnehin nur eine Zwischenstation ist, lohnt der Blick auf die nächste Stelle, bevor der Lagervertrag gekündigt wird. Auf auslandsjob.de sind Stellen im Ausland nach Land und Branche sortiert, von befristeten Saisonjobs bis zu festen Positionen. Wer dort bereits eine neue Stelle im Ausland in Aussicht hat, lässt den Lagerraum besser stehen, statt ihn zu kündigen und drei Monate später wieder von vorne zu suchen.
Fazit
Der teuerste Fehler bei der Rückkehr ist nicht die Lagermiete. Es ist der Monat, den du zahlst, weil die Kündigungsfrist niemand gelesen hat, und der Akku, der bei der Abholung nicht mehr anspringt. Wie du deinen Hausrat vor einem längeren Auslandsaufenthalt richtig vorbereitest, steht in unserem Ratgeber zum Umzug ins Ausland. Wer nach dem Auslandsjob in Deutschland einen Lagerraum sucht, findet auf storabble, dem Marktplatz für Lagerräume, passende Räume deutschlandweit.
